SHENWU

LEBE TAI CHI

Tai Chi und Qigong

Taijiquan

Taijiquan (Tai Chi Chuan) ist eine traditionelle Kampf- und Bewegungskunst und wird mit Baguazhang und Xingyiquan zu den so genannten inneren Kampfkünsten (neijia wushu) des alten China gezählt. Diese Stile verbindet unter anderem die Arbeit mit der inneren Energie (Qi) und deren Kultivierung, welche folglich einen essentiellen Beitrag zum Aufbau und Erhalt der Gesundheit leistet.

Taijiquan wird von Jan Silberstorff (Ausbildungsleiter der WCTAG) passend als meditativ und körperkräftigend, sanft und fließend, voller Ausdruck, Schönheit und Energie beschrieben, welche sich als Kampfkunst, den Überlieferungen traditionellen Übungsgutes folgend, die Philosophie von Yin und Yang, deren Wandlungsphasen sowie der Harmonisierung von Körper, Geist und Seele zu nutze macht. Beständiges und intensives Praktizieren (Kung Fu) eröffnet schließlich einen Weg, die tiefere Bedeutung von Kampfkunst, nämlich jene der Selbstkultivierung, erkennen zu können. Tai Chi beschreibt den Menschen als Verbindung (Bindeglied) zwischen Himmel und Erde und gibt ihm seinen Sinn (Dao).
Das Training des Taijiquan bietet aufgrund seiner Charakteristik für jeden, egal welchen Alters, die Möglichkeit, diese Kampfkunst zu erlernen.

Quelle: http://www.wctag.de/artikel.html#wasist_09, 2010

Tai Chi im Chen-Stil

Offizieller Gründer des Chen-Stils

Chen Wangting (Chenjiagou)

Der Chen-Stil ist einer der ältesten Stile des Taijiquan und wurde im 17. Jahrhundert von der Familie Chen im Dorf Chenjiagou entwickelt und über Generationen hinweg hauptsächlich innerhalb der Familie weitergegeben. Seine Entstehung wird im Allgemeinen Chen Wangting (1597–1664, 9.Generation) zugeschrieben, einem General der Ming-Dynastie, der sich nach dem Fall dieser nicht nur den Kampfkünsten, sondern auch den daoistischen Traditionen widmete.

Chen Wangting schuf mehrere Boxformen, darunter eine Langform mit 108 Figuren und eine Form Paochui „Kanonenfaust“, sowie die Übungen der „Schiebenden Hände“ (Tuishou) und der „Klebenden Speere“. Die äußere Form seiner Figuren geht hauptsächlich auf „Die 32 Formen des Boxens“ von General Qi Jiguang (16. Jahrhundert) zurück, er änderte diese jedoch entsprechend seinen Erkenntnissen ab, die er aus dem Studium des Daoyin und des Tuna (daoistische Übungssysteme, die auch die Grundlage vieler Qi Gong-Stile bilden), sowie eines daoistischen Alchemie-Klassikers, des Huang Ting Jing (oder Huang ting nei wai yu jing jing – Klassiker des gelben Innenhofes über die innere und äußere Jadelandschaft) von Frau Wei Huacun (etwa 251–334 n.Chr.), gewonnen hatte. So entstand eine Kampfkunst, die gleichzeitig als Medium einer grundlegenden körperlichen, charakterlichen und spirituellen Transformation des Menschen dient.

Seit Mitte des letzten Jahrhunderts wurde Taijiquan auch an Interessierte außerhalb der Chen- Familie weitergegeben, worauf sich weitere Stile wie beispielsweise jene der Yang-, Wu-, Wuu- und Sun-Familie entwickelten. Inwieweit es bei der Entstehung Einflüsse aus der Kampfkunst und den Traditionen der daoistischen Klöster der Wudang-Berge gegeben hat, ist umstritten.

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Chen-Stil

Qigong

DSC_0096Mit „Qi (Chi)” bezeichnen die Chinesen jegliche Form von Energie, welche als eigentliche Lebensenergie hinter allen Dingen im Universum steht. Unter „Gong (Kung)”, oft übersetzt als „Kultivierung” oder „Arbeit”, versteht man das Bestreben, unter beständigem Üben bestimmte Fertigkeiten und Kenntnisse zu erreichen. Kombiniert definieren die beiden Begriffe ein System, die Lebensenergie sowohl zu kultivieren als auch zu harmonisieren, im Speziellen für gesundheitliche Aufgaben. Basierend auf der chinesischen Philosophie verbindet Qigong dabei Atmung mit physischen und mentalen Trainingsmethoden. Frei übersetzt kann man Qigong als das Studium des Qi betrachten.

Vom Qigong, dessen Wurzeln mehr als 4000 Jahre in der alten chinesischen Kultur zu finden sind, hat sich innerhalb der chinesischen Gesellschaft eine breite Vielfalt verschiedenster Formen entwickelt.
Trotz Unterschieden in der Ausführung können alle Qigong-Formen als Synergie statischer, dynamischer, meditativer und aktivierender Trainingsprinzipien charakterisiert werden.

Typischerweise beinhaltet die Qigongübung eine rhythmische Atmung, die koordiniert mit langsam stilisierter und fließender Bewegung wiederholt wird und einen aufmerksamen und stillen Geisteszustand erzeugen soll. Dabei wird über Vorstellungskraft und Visualisierung der Qi durch den Körper geführt.

Durch die Betonung auf Atmung, Haltung, Bewegung als auch Klänge wird Qigong vom einfachen Übungsgut zur Kunst und Wissenschaft hochgehoben, welche auf die Reinigung, Anreicherung und Zirkulation der Energie in Körper und Geist abzielt. Atmung, die Immunität gegenüber pathogenen Einflüssen und somit der Widerstand gegenüber Krankheiten als auch die Anpassungsfähigkeit an das externe Umfeld soll gestärkt werden. Schließlich steht gesamte Harmonisierung unserer selbst im Vordergrund.

Ein starkes Immunsystem versetzt den Körper in einen Zustand beständiger Gesundheit mit dem Resultat von Vitalität, Jugendlichkeit und höherer Lebensqualität für den Übenden. Schlußendlich verleiht es auch in der Kampfkunst mehr Kraft. Tatsächlich sollte jedoch das Üben von Qigong einen Weg darstellen, Weisheit zu erlangen, die wahre Natur der menschlichen Existenz und seine Beziehung zum Kosmos zu verstehen.